Archiv | Juli, 2012

lynn canyon park

31 Jul

einer der schönsten parks rund um vancouver – you could get lost in it…
oder: wie sich felix einmal vor dem rückweg fürchtete :-)

der lynn canyon park verspricht eigentlich alles was man sich nur vorstellen kann… einsame wege, entlang am wasser, durch gestrüpp und gebüsche, vorbei an lachsleitern und über hängebrücken, die den weg über einen 50 meter tiefer gelegenen wasserfall ermöglichen…

alles sehr aufregend und spannend und für wirklich jeden etwas dabei… allerdings schreckten uns die „be aware of the bear“ schilder dann doch ein bisschen, da wir immernoch keine bear bell besitzen…

da wir den park relativ spät erreichten, war es uns diesmal nur möglich eine „kleine“ route von circa 10km zu laufen. da es auch ständig nur rauf und runter ging, waren wir doch froh, dann auch wieder den ausgangspunkt unserer tour zu erreichen – die lynn canyon suspension bridge…
it’s absolutely amazing to go over this bridge – but i’m afraid, not for felix ;-)
der wollte doch tatsächlich unsere komplette route abändern, damit wir nicht über diese brücke zurückmüssen…

als er sich dann – als ich ihm hoch und heilig versprach nicht zu hüpfen, zu springen oder mich sonstirgendwie auffällig zu verhalten – erweichen ließ, doch über die brücke zurückzugehen, war es auf einmal gar nicht mehr schlimm für ihn :)

ganz ehrlich… er hat ab jetzt kein problem mehr über eine hängebrücke zu laufen – bis die nächste kommt ;-)

das gummistiefelchen

28 Jul

… oder ein trend der eigentlich gar keiner ist!

findet man in deutschland tendenziell sehr wenige menschen, die an regentagen sich tatsächlich erlauben in gummistiefeln herumzulaufen (was für komische blicke man da schon mal erntet) gehört der gummistiefel – vor allem bei dem weiblichen geschlecht – so zum alltäglichen outfit bei regen, wie der regenschirm.

gummistiefelchen werden hier sogar freilaufend (also ohne regen und regenschirm) gesichtet und erfreuen sich bester laune und gesundheit. allerdings gibt es den schuh hier selten in kunterbunt oder in lilablassblaukariert – er hält sich hier eher dezent zurück, passt sich seiner umegbung an.

allerdings findet man schon auch einmal stiefelchen, die den anderen zeigen wollen: seht her, ich bin nicht aus pleasantville und leuchte in schönstem rot…

der gummistiefel ist hier eben nicht der alte stiefel, den kaum jemand beachtet – nein hier ist er/sie DAS stiefelchen, dass sich so elegant, so selbstverständlich und so dezent und zurückhaltend seinen weg durch die regnerischen straßen vancouvers bahnt und dabei trotzdem glänzt als wäre schönster sonnenschein am himmel…

ich liebe meine stiefelchen – so sehr wie ich vancouver liebe…

einfach sooo…

25 Jul

…weil es so schön und traurig zugleich ist:
…er bleibt uns ja erhalten!

auch über 8000km weit weg, gehen einem die bilder, videos und nachrichten von dem abschiedsspiel von marek mintal sehr ans herz…

marek du bist einfach einer der wunderbarsten spieler, die der club jemals verpflichtet hat – viel glück und erfolg in deiner zukunft und mögen die wege nie zu steinig sein…

„es ist eine ehre, für diese stadt, für diesen verein und die bewohner nürnbergs zu spielen. möge all dies immer bewahrt werden und der großartige fc nürnberg niemals untergehen.“ heinrich stuhlfauth, deutscher meister mit dem fcn 1920, 1921, 1924, 1925 und 1927

wie wahr!

danke marion… :-)

jobsuche – ein kapitel ohne ende…

23 Jul

endlich gibt es auch mal etwas in diese richtung zu berichten…

felix und ich haben endlich einen job gefunden, der uns – mal mehr, mal weniger :-) – spaß macht und wir vor allen dingen endlich geld verdienen…

felix arbeitet jetzt schon fast einen monat in einem bierspezialitätenladen (viti wine and lager) und ist dort recht glücklich – kein wunder bei all dem bier um ihn herum ;-)… meistens hat er jedoch die abend/nachtschicht, was mir so manchen einsamen abend beschert :-(

ich arbeite jetzt seit einer woche auf granville island in dem dort ansässigen public market und bin dort in einem spezialitätenladen (oyama sausage) beschäftigt. dort werden unter anderem ausgewählter schinken, käse, pasteten, senf oder auch nürnberger bratwürste – die schmecken auch wirklich gut – schon probiert –  und viele andere lebensmittel verkauft. alles handgemacht und mit liebe zubereitet.

das bedeuetet, dass unser lebensunterhalt jetzt erstmal gesichert ist…
zudem arbeiten wir beide im moment daran, dass wir zur selben zeit frei haben/bekommen, damit wir dann ausflüge, daytrips oder kleine kurzurlaube unternehmen können und euch somit natürlich auch immer wieder mit neuen berichten und fotos versorgen können…

jetzt wisst ihr also bescheid und müsst euch keine sorgen machen, dass wir hier vor die hunde gehen oder auf der straße leben müssen – im gegenteil: felix bekommt auf alkohol 10% und ich auf lebensmittel 20%…

ihr könnt euch vorstellen was das bedeutet ;-)

relatives are everywhere…

20 Jul

… even here in vancowwear ;-)

als ich hierher nach vancouver kam, trafen wir uns nach zwei wochen mit christian und heidi (neukirchinger.de) und haben einige dinge zusammen unternommen. natürlich quatschten heidi und ich dabei auch hin und wieder über gott und die welt und es stellte sich heraus, dass heidi verwandte in der nähe von vancouver hat, die sie natürlich auch besuchten…

„wie schön…“ dachte ich und war insgeheim neidisch: jeder hatte überall auf der welt irgendwelche verwandte über tausend ecken und enden – nur ich natürlich nicht! und felix auch nicht! wo waren denn all die angeheirateten, entfernten tanten und onkel, wenn man sie denn mal braucht?

und was soll ich jetzt groß sagen: wir haben welche gefunden!!!
okay, nicht ich, sondern meine mama. die geschichte ist lang und kompliziert, aber um es zu verkürzen: es ist wohl so gewesen, dass meine mama auf der goldenen konfirmation meiner oma in einem kleinen dorf in unterfranken eine frau getroffen hat, deren tochter+mann+kinder schon 15 jahre in der nähe von vancouver lebt/leben. und wie der zufall so will: über tausend ecken und enden sind wir noch dazu verwandt ;-)

ENDLICH! ich habe auch verwandte am anderen ende der welt!!!

neben der bedeutenden tatsache, dass besagte verwandte (doris) am selben tag – nur ein paar jährchen vor mir – das licht der welt erblickte, mussten wir natürlich unsere VERWANDTEN auch besuchen. wie sich herausstellte wohnen sie an der grenze zu den USA, nahe point roberts, und wir brauchten mit den öffentlichen verkehrsmitteln 1,5h um zu ihrem haus zu gelangen. doch es hat sich gelohnt!

in der straße angekommen begrüßte uns schon die fränkische flagge (natürlich gehisst) und wir wussten: hier waren wir richtig :-)

der nachmittag wurde dann gemeinsam bei kaffee und kuchen im garten (mit pool, kindern, hund und mann) verbracht und es war echt lustig und schön zu hören, wie die familie hier heimisch geworden ist und sich eingelebt hat. die kinder sprechen zwar kaum deutsch – verstehen tun sie aber alles…

natürlich wurden wir dann auch noch durch die gegend gefahren und doris zeigte uns tolle strände und ihre lieblingsplätze… natürlich haben wir auch viele tolle tips zum zelten, campen und reisen bekommen und die zeit ist viel zu schnell vergangen…

als wir zuhause ankamen hatte ich schon eine mail von doris im postfach:

you are welcome to come by anytime. we have a few birthday parties to come up this and next month. jul 28th, aug 11th and sep 8th. this would give you an opportunity to practice your english – and get help in german when it gets too much. ;)

have fun and talk to you soon. doris

ich würde sagen: verwandte zu haben ist toll :-)
wir kommen wieder…
nächstes mal allerdings mit stift und zettel (für all die tollen tips) und mit badesachen!

grouse grind…

14 Jul

… oder wie wir uns einmal aufmachten den berg zu besiegen

grouse mountain ist der hausberg von vancouver und ist relativ schnell zu erreichen – einmal kurz in den seabus reingesprungen und dann noch ein stückchen mit dem bus und schon ist man am fuß des berges angekommen. da kann man sich dann entscheiden: setzt man sich ganz bequem in die gondel, um an die spitze zu kommen, oder wagt man den berühmt berüchtigten aufstieg – den sogenannten grouse grind.

trail facts
streckenlänge: 2,9 kilometer
höhenmeter: 853 meter
anzahl der stufen: 2830 (zum vergleich – empire state building: 1576)
rekordzeit: about 20 minutes
unsere benötigte zeit: forget about that ;-)

natürlich entschieden wir uns für die herausforderung – man kommt auch ehrlich gesagt nicht drum herum. die einheimischen laufen ihn jede woche zweimal hoch – und wir wurden schon vor dem start von sportlern überholt, die den grouse grind hochjoggten… für die leute hier ist das ein wettlauf mit dem eigenen körper. man kann sich nämlich „tracken“ lassen, was soviel bedeutet, dass man unten eine chipkarte erhält, die man dann am start auslöst und wenn man oben ankommt wird die zeit gestoppt. man hat dann die möglichkeit sich entweder ganz toll oder ganz schön schlecht zu fühlen, wenn man dann oben im chalet auf den bildschirmen seinen namen und die dazugehörige, benötigte zeit sieht ;-)

bei unserem „ersten mal“ war uns das aber egal. wir waren am sonntag dort und dementsprechend voll war der grind auch. ständig wurde man überholt, ist auf leute aufgelaufen und musste erst zu seinem tempo finden. den grouse grind läuft hier auch echt jeder, von kindern über übergewichtige bis hin zu rentern. jeder sucht die herausforderung mit dem berg…

wir starteten also und am anfang war alles noch relativ easy going… doch je weiter man ging, desto stärker wurde man sich seinen beinen bewusst… während felix keinerlei probleme hatte (betonte er jedenfalls ständig), begann ich doch schon recht früh meine beine zu spüren und musste immer wieder kleine pausen einlegen (die haben aber auch felix gut getan)… als wir echt schon ewig gelaufen waren konnten wir folgende situation beobachten:

ein pärchen am wegesrand – sie sitzend, er stehend – sie: „ich geh jetzt keinen schritt mehr, ich schaff das nicht“ er:“der anfang ist immer der schwerste, außerdem haben wir schon über die hälfte.“ sie:“wirklich?“ er:“ja, komm schon, du schaffst das und dann sind wir auch gleich oben“ – sie gingen also weiter… 15 minuten später erreichten wir die erste marke. wir hatten das erste viertel der wegstrecke hinter uns!

als uns das pärchen erreichte rief sie entsetzt: „you’re such a liar!!! i’m going nowhere right now“ und blieb am wegesrand sitzen. er setzte den aufstieg alleine fort ;-)

aber ganz ehrlich – ich konnte sie auch immer besser verstehen, je höher wir kamen… es dauerte einfach ewig und insgeheim hoffte ich immer, dass die markierungen einfach abgefallen sind und wir kurz vor dem ziel sind, bis ich dann doch wieder eine entdeckte, die mir sagte, dass noch die hälfte des weges vor uns lag :-(

nach knapp zwei stunden kamen wir dann (ich: völlig fertig, felix: entspannt – sein roter kopf und sein t-shirt sprachen eine andere sprache ;-)) oben an und waren erstmal überrascht: hier erwartet einen keine ruhe am gipfel – hier erwartet einen ein vergnügungspark. von lamber jack shows, über birds in motion, heli tours, paragliding, the eye of the wind und wildlife refuge bis hin zu mountain ziplines ist hier alles geboten, was man sich nur vorstellen kann. einfach wahnsinn!!!

leider ist es einem auch nicht möglich ganz an die spitze zu laufen (es fährt ein sessellift für $5) und es ist auch nicht möglich wieder nach unten zu gehen. es ist verboten den weg wieder zurück zu gehen, da es einfach zu gefährlich ist -man würde die aufsteigenden menschen in gefahr bringen…

also lösten wir ein ticket für den skyride (seilbahn) und erlebten die lustigste seilbahnfahrt ever. man muss sich vorstellen, man steht mit circa 50-100 menschen in der vollbesetzten bahn und es geht mit einem affenzahn los. immer wenn man dann zu einem träger/pfeiler kommt, und man kurzzeitig meint, man wäre schwerelos, quietschen, schreien und kreischen alle menschen um einen herum los und man ist sozusagen gezwungen mitzuschreien…

wir wollten eigentlich gar nicht – aber der mund öffnete sich trotzdem und heraus kam ein schrei, der den ganzen aufstieg, die strapazen und die schräge und leicht abgedrehte welt auf dem grouse mountain zu dem machte, was dieser tag war: perfekt!

grouse mountain – wir haben dich besiegt ;-) – und wir kommen wieder…


iona beach park

9 Jul

oder „wie wir uns einmal tagsüber fürchteten verschleppt zu werden…“

an einem so abgelegenen ort wie diesem park waren wir vorher noch nie…
wir wunderten uns zwar, da nirgends eine verbindung mit den öffentlichen verkehrsmitteln angezeigt wurde, aber wollten trotzdem zu diesem tollen ort. also machten wir uns auf den weg und lernten bereits um vancouver das gefühl der abgeschiedenheit und einsamkeit kennen.

wenn man mal einem auto begegnete, passierte es schon mal, das der/diejenige anhielt, um uns zu fragen, ob wir mitfahren wollen oder um einfach ein bisschen mit uns zu quatschen, um uns dann zu bestätigen, dass sich der walk bis zum iona beach park auf jeden fall lohnt – es aber noch ein weiter, einsamer weg ist…