roadtrip 2.0

8 Aug

tour through british columbia and alberta…

nachdem wir unseren trip durch die staaten hinter uns hatten und mit einem strahlen zurück nach kanada reisten – zurück nach hause -, nahmen wir uns 2/3 tage zeit, sortierten unsere sachen neu, wuschen unsere wäsche und stimmten uns mental auf unsere bevorstehende, dreiwöchige reise ein, die uns durch die weiten kanadas führen sollte.

auf unserem weg passierten wir die unglaublichsten gegenden und sahen unfassbare dinge – aber der reihe nach…

week 1

nachdem wir noch meiner familie halfen die letzten vorbereitungen für ben’s birthday party zu treffen (unter anderem befüllten wir 150 wasserballons für die spy-themed party!), ging es also samstag, den 15.6, los. unsere erste nacht verbrachten wir – auf unserem weg durch das okanagan valley zu den canadian rockies –  im e.c. manning provincial park und mussten dort auch feststellen, das es hier eben nicht so ist, wie es die vorherigen 6 wochen in den staaten waren.

wenn man in kanada zum campen fährt ist das oft noch viel ursprünglicher, rauer, ja manchmal sogar primitiv – doch genau das lernten wir lieben!

am ersten provincial campground bekamen wir das zu sehen, was in den staaten unter primitive campground lief und nur die hälfte des üblichen preises kostete. nämlich plumsklos. auch keine waschräume oder ähnliches waren vorhanden – das wasser, welches aus drei hähnen an unterschiedlichen stellen des campgrounds herauskam, musste reichen. naja, zuerst dachte ich mir noch, dass das wohl ne ausnahme wäre, aber im laufe der woche sollte ich schnell feststellen, dass das so ziemlich überall der fall war ;)

entschädigt wurden wir dann aber von den vielen hinweisschildern caution: wildlife!
also wenn die chance besteht elche, bären oder sonstige wilde tiere auf dem campground zu sehen, verzichtet man doch schon gerne auf anderen luxus…

über die nächsten tage kann man nur soviel sagen: sie waren abwechslunsgreich!

nachdem wir im heißen und trockenen okanagan valley bereits an tag 3 unsere bremsen erneuern lassen mussten, war es an den tagen darauf diese unglaubliche flut, die uns im wahrsten sinne des wortes nicht nur die laune verhagelte, sondern es auch nicht zuließ unsere ursprüngliche route fortzusetzen – nämlich durch die canadian rockies nach banff zu fahren. regen, regen und nochmal regen hatte sämtliche straßen und auch highways einfach ausgewaschen und teilweise sogar weggeschwemt, so dass die area around banff einfach nicht zu erreichen war. teilweise wurden die leute dort mit dem helikopter mit nahrungsmitteln und dem notwendigsten versorgt.

wir warteten einen tag ab, als aber keine besserung in sicht war, entschieden wir uns dafür unsere route umzuschmeißen und zurück richtung westen zu fahren, dann hoch in den norden hinauf über den wells gray provincial park und den mt. robsosn, um schließlich die canadian rockies – genauer gesagt jasper – erreichen zu können.

auf unserem weg dorthin testeten wir auch den einen oder anderen campingplatz for free!

wie for free?! soll das heißen, dass man da nichts dafür bezahlt?

jaaaa! genau das heißt es! wir haben uns vorher ein echt gutes buch gekauft, indem so circa 250 freie campingplätze in bc verzeichnet sind und das ist der pure wahnsinn. wir kamen – ok, es sind schon oftmals etliche kilometer auf schotterstraßen durch die weiten wälder kanadas – nach meist ein paar kilometern an die schönsten plätze, die man sich nur vorstellen kann.

an allen plätzen hatten wir die üblichen holztische und -bänke, den obligatorischen feuerring und natürlich once again: plumsklos – naja gut, die hat man auf provincial parks ja auch und man gewöhnt sich eben dran… aber wenn man dann eben sein auto und sein zelt und seine campingstühle an einem einsamen see in den wäldern aufschlagen kann und um einen herum vielleicht noch eine handvoll anderer leute ist, wenn’s hoch kommt, fühlt es sich einfach an wie im paradies…

week 2

unser umweg über den norden entpuppte sich als das beste, was uns passieren konnte. wir lernten nicht nur die weiten und teilweise auch die einsamkeit kennen, sondern sahen auch endlich und sogar relativ oft wilde tiere. das wohl schönste erlebnis war, als wir das erste mal auf einen bär trafen.

und was für einer das war: ein riesengroßer, fetter schwarzbär, der richtig langsam und gemächlich mitten im wells gray provincial park an unserem auto vorbeischlenderte. ich konnte es überhaupt nicht fassen, was uns da gerade passiert war und auch nachdem felix angehalten hatte und mein zittern sich etwas beruhigt hatte, ging mir dieser eine moment nicht mehr aus dem kopf – doch dieser bär sollte nicht der letzte auf unserem trip bleiben.

an mount robson vorbei fuhren wir schließlich nach jasper und dort begann für uns das highlight unseres trips: alles war dort dreimal so toll wie zuvor… dreimal soviel seeen, dreimal soviel berge, dreimal soviel wald und dreimal soviel wildlife. am schönsten waren hier unsere morgentouren, bei denen wir teilweise bereits gegen 4.30 aufstanden, um in aller früh elchen beim grasen zu bewundern, rehen beim überqueren von straßen zu beobachten und den ein oder anderen bären im unterholz davonlaufen zu sehen. die gegend around jasper war einfach magisch!

genauso schön sollte dann auch unsere fahrt von jasper nach banff auf den icefields parkway werden und diese 1-2 tage gehörten zu den schönsten unseres insgesamt 10-wöchigen roadtrips. die berge um einen herum wurden mächtiger und mächtiger; je höher man kam, desto kälter und eisiger wurde es; der gletscher selbst war zwar beeindruckend, doch verglichen mit dem, was er noch vor jahren war, auch ziemlich traurig. die seeen und wasserfälle um einen herum ließen uns ein ums andere mal stehen bleiben, beobachten und genießen!

wir übernachteten hier auf einem campground direkt am fluss, der ein paar tage zuvor noch komplett überschwemmt war und dank unseres fire permits und unserer axt, die wir in osoyoos wohlweislich kauften, konnten wir dort fast die ganze nacht am feuer sitzen, uns wärmen und uns auf alle weiteren abenteuer freuen.

in der gegend um banff herum herrschte noch mehr oder weniger ausnahmezustand. leider waren viele gegenden, wie die unseres eigentlichen campgrounds, nicht zu erreichen, da diese noch überschwemmt waren, oder aufräumarbeiten geleistet wurden. lake louise war zu erreichen und war jeden meter wert, den wir dafür zurücklegten. dieser see und das hotel haben echt was für sich und man kann die ganzen touristen, die dort in bussen hingekarrt werden, verstehen. man kann sie aber auch gut ausblenden – vor allem wenn man gegen 9 uhr morgens dort ist, wo gerade erst 2 busse dort waren ;)

da ich von meiner einen familie zum abschied gondola tickets für sulphur mountain in banff geschenkt bekam, hofften wir natürlich auf einigermaßen schönes wetter und was soll ich sagen: wir hatten glück! es war nicht nur einigermaßen schön, es waren fast keine wolken am himmel und wir konnten endlos weit schauen, als wir oben von gipfel zu gipfel liefen. kaum vorzustellen, dass es hier noch vor einer woche „land unter“ hieß…

glücklich und zufrieden brachen wir also auf, um uns so langsam auf den rückweg nach vancouver zu machen und noch einmal die wärme des okanagan valleys zu genießen.

week 3

im okanagan valley kamen wir an einem samstag, 2 tage vor canada day, dem größten feiertag des landes, an und waren nicht wirklich optimistisch, dass es uns jetzt noch gelingen sollte einen campingplatz aufzutreiben. und wir sollten erstmal recht behalten. an einem der populärsten plätze direkt am okanagan lake waren nur noch zwei overflow plätze frei, die direkt am zaun zur straße lagen. es fiel uns somit nicht schwer, darauf zu verzichten und erneut einen campground aus unserem buch aufzusuchen.

nach ein bisschen suchen und umherirren fanden wir ihn schließlich und was soll man sagen: wir sind einfach glückskinder! genau am anfang des campgrounds, der sich am see entlang zog, war der allerschönste, abgeschiedenste und ruhigste platz noch unbesetzt! und das am busiest weekend überhaupt. wir parkten unseren van und genossen dort drei wundervolle tage direkt am see –  sogar ein eigener kleinen strandzugang nannte sich unser eigen und wir schwammen, lasen, saßen am feuer und relaxten drei ganze tage lang – oh du süßes nichtstun…

natürlich schauten wir uns auch in der gegend um und besuchten größere städte wie vernon und kelowna, doch unser platz am see zog uns immer wieder dorthin zurück.

auf unserem weg nach lillooet stoppten wir erneut mitten in der pampa – auch wieder am see – wo kühe tagsüber und wölfe nachts zu unseren gefährten zählten.

in lilloeet angekommen testeten wir einen der 7 bc hydro campgrounds, die es in british columbia gibt, und auf denen man erneut umsonst übernachten kann. dazu kam aber noch, dass es dort auch nen camphost gab, der abends rumgefahren ist und jeden camper einzeln begrüßte und sich vorgestellt hat ;) und das allerbeste: es gab firewood – for free! soviel wie man nur tragen, fahren, schlagen und verbennen konnte! und das genossen wir in vollen zügen…

auf dem rückweg fuhren wir dann über squamish, whistler und porteau cove und erlebten noch 2 wunderschöne, unseren roadtrip abschließende, tage mit wandern, relaxen, lesen und allem aufsaugen, was uns nur in die quere kam – bis wir dann zurück nach vancouver kamen und uns mit dem autoverkauf, dem abschied von stadt, freunden und heimat und gepäck rumschlagen mussten… aber dazu in kürze mehr…

roadtrip – du warst es wert – jede träne, jeden tropfen schweiß, jedes lachfältchen mehr, jede minute die wir verbrachten, ohne an ein morgen zu denken…

roadtrip – du wirst uns fehlen – jetzt schon und jede minute, jede stunde und jedes monat das vorbeizieht…

roadtrip – du warst nicht unser letzter – that’s for sure!

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